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Butter aus Luft?

Wie Savor die Fettproduktion neu definiert

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Die Lebensmittelbranche steht vor einem Paradigmenwechsel – und eines der spannendsten Unternehmen dieses Wandels heißt Savor. Was 2020 als kühne Idee begann, hat sich zu einer Technologie entwickelt, die das Potenzial hat, die Fettproduktion weltweit neu zu denken. Dahinter stehen die Gründer:innen Henrik Bennetsen, Kathleen Alexander und Ian McKay, die 2022 in Kalifornien ein Startup gründeten, das heute zu den innovativsten Playern im Food-Tech-Sektor zählt.

Laborumgebung, die stellvertretend für die Entwicklung nachhaltiger, CO₂-basierter Fettalternativen steht.

Ein Blick in die Welt der alternativen Fette: Forschung und Entwicklung bilden die Grundlage für Savors CO₂-basierte Butterinnovation.

Nachhaltige Fette für eine wachsende Weltbevölkerung

Die Herausforderung ist bekannt: Die globale Nachfrage nach Fetten – ob Butter, Öle oder Milchprodukte – steigt, während landwirtschaftliche Anbauflächen, Wasserressourcen und Klimabilanzen immer stärker unter Druck geraten. Savor setzt genau hier an.

Die Unternehmensmission ist klar formuliert: Fette herzustellen, die denselben Geschmack und dieselbe Funktionalität wie herkömmliche Produkte bieten, dabei aber deutlich ressourcenschonender sind.

Die Technologie: Thermochemie statt Landwirtschaft

Während die meisten Alternativen auf Fermentation oder zellbasierte Verfahren setzen, verfolgt Savor einen thermochemischen Ansatz. Dieser nutzt Kohlenstoffquellen wie CO₂ oder Methan sowie grünen Wasserstoff, um daraus in einem mehrstufigen Prozess Fettsäuren und anschließend essbare Fette herzustellen.

Der Vorteil liegt auf der Hand: Der Prozess basiert auf etablierten industriellen Methoden – und lässt sich dadurch schneller und kosteneffizienter skalieren als viele andere biotechnologische Verfahren.

Modellrechnungen zeigen bereits: Der Wasser- und Flächenbedarf könnte massiv sinken, während gleichzeitig deutliche Emissionsvorteile möglich sind. Auch wenn diese Werte bisher auf Pilotdaten beruhen, verdeutlichen sie das enorme Potenzial.

Vom Labor zum Markt: Ein Schritt Richtung Industrialisierung

Mit Unterstützung namhafter Investor:innen – darunter Breakthrough Energy Ventures, Climate Capital und CPT Capital – hat Savor mittlerweile über 33 Millionen US-Dollar eingesammelt. Geld, das das Startup nutzt, um seine Technologie zur Marktreife zu führen.

2025 erreichte Savor einen Meilenstein: Die Eröffnung einer 25.000 ft² großen Pilotproduktionsanlage in Batavia (Illinois). Die ersten Produkte, darunter ein vollwertiger Butterersatz, werden derzeit in der Zusammenarbeit mit ausgewählten Gastronomiebetrieben getestet.

Mehr als Butter: Eine Plattform für vielfältige Lebensmittel

Ein Stück Butter auf einem Tisch

Butter als Startschuss - Savor arbeitet bereits an weiteren Innovationen aus dem Daity-Segment

Was Savors Ansatz besonders spannend macht: Er ist nicht auf Butter beschränkt.

Das Unternehmen arbeitet bereits an:

  • Milchalternativen
  • Eiscreme
  • Käsekomponenten
  • Fleischfetten
  • Alternativen zu tropischen Ölen, z. B. Palmöl

Diese modulare Plattform könnte langfristig ganze Wertschöpfungsketten entkoppeln – von landwirtschaftlichen Flächen, Tierhaltung und importabhängigen Rohstoffen.

Ausblick: Eine Zukunft ohne Kompromisse

Für die globale Lebensmittelbranche ist Savors Ansatz mehr als eine Innovation – er steht sinnbildlich für die nächste Entwicklungsphase nachhaltiger Ernährungssysteme.

Sollte die Technologie weiter skalierbar bleiben, könnte sie künftig ein entscheidender Baustein sein, um die wachsende Nachfrage nach Fetten zu bedienen, ohne natürliche Ressourcen weiter zu belasten.

Savor zeigt eindrucksvoll, wie radikal neue Ansätze die Food-Industrie verändern können – und warum „Butter aus Luft“ längst keine Zukunftsvision mehr ist.