Wie Weniger ist mehr die Ernährung von morgen prägt
Gesundheit neu gedacht: Was gesunde Ernährung heute bedeutet
Das Verständnis von Gesundheit und Ernährung verändert sich spürbar. Lange Zeit galt „gesund essen“ vor allem als Vorsorge gegen spätere Krankheiten. Heute rückt das aktuelle Lebensgefühl in den Fokus. Konsument:innen achten zunehmend darauf, wie sich ihre Ernährung direkt auf Energie, Stimmung und allgemeines Wohlbefinden auswirkt.
Mit diesem veränderten Blick hat sich ein minimalistischer Ansatz als Lebensstil etabliert. Kürzere Zutatenlisten, vertraute Bestandteile und das Prinzip des „Weniger ist mehr“ prägen zunehmend, was viele Verbraucher:innen heute als gesund empfinden. Verstärkt wird dieser Trend durch das wachsende Bewusstsein für die potenziellen Risiken hochverarbeiteter Produkte für Körper und Psyche.
Zunehmende Bedenken gegenüber hochverarbeiteten Lebensmitteln treibt den weltweiten Trend hin zu natürlichen und transparent gekennzeichneten Produkten.
Wachsende Sensibilität für hochverarbeitete Lebensmittel
Immer mehr Konsumierende hinterfragen ihr bisheriges Kaufverhalten – insbesondere mit Blick auf das Thema stark verarbeitete Lebensmittel. Eine Studie von FMCG Gurus ergab, dass weltweit 48 % aller Verbraucher:innen wissen, was unter hochverarbeiteten Lebensmitteln zu verstehen ist. 62 % trauen sich zu, solche Produkte identifizieren zu können. Auch wenn die wissenschaftliche Definition nicht allen im Einzelnen vertraut ist, herrscht doch weitgehend Einigkeit darüber, dass diese Produkte häufig Zusatz- und Konservierungsstoffe, künstliche Aromen und schwer identifizierbare Zutaten enthalten.
Diese Wahrnehmung verändert die Erwartungen an Marken und Produkte spürbar. Konsument:innen wünschen sich Transparenz – einfache und verständliche Sprache, nachvollziehbare Herkunftsangaben und überprüfbare Produktversprechen. Mehrdeutige Werbeaussagen oder schwierige Fachbegriffe wirken hingegen abschreckend und werden als Versuch gedeutet, die Verwendung problematischer Zutaten zu verschleiern.
Wohlbefinden im Alltag zählt
Gesundheit und Wohlbefinden sind keine Fernziele mehr – so zählt nicht mehr nur die langfristige Vorsorge, sondern das körperliche und mentale Gleichgewicht im Hier und Jetzt. Kaufentscheidungen werden zunehmend danach getroffen, wie sich Lebensmittel auf Energie, Stimmung und Belastbarkeit auswirken. Laut FMCG Gurus legen 42 % der Menschen Wert auf bessere Gesundheit im Alltag, und 30 % sehen mentale Ausgeglichenheit und Stabilität als entscheidenden Faktor.
Die Entwicklung weist damit klar in Richtung eines ganzheitlichen Gesundheitsverständnisses: Körperliche, emotionale und geistig-kognitive Aspekte werden als eng miteinander verbunden betrachtet – und Ernährungsfragen spielen in allen drei Bereichen eine Schlüsselrolle. Unzufriedenheit mit niedrigen Energieniveaus, Stimmungsschwankungen oder unzureichender Stressresistenz und -resilienz motiviert viele Menschen dazu, verarbeitete Produkte zu meiden und sich wieder stärker natürlichen Lebensmitteln zuzuwenden.
Warum gesund essen oft schwerfällt
Trotz des wachsenden Bewusstseins für gesunde Ernährung bleibt die Umsetzung im Alltag eine Herausforderung. So hat die FMCG Gurus-Studie ergeben, dass 70 % der Konsumierenden gesunde Ernährung für eher teuer halten. Und 60 % geben an, in stressigen Phasen zu Lebensmitteln zu greifen, selbst wenn sie diese als ungesund erkennen.
Dies zeigt, dass Convenience auch in einem zunehmend gesundheitsbewussten Umfeld ein entscheidender Faktor bleibt. Viele Menschen greifen nicht aus Vorliebe, sondern aus Zeitdruck zu schnellen, weniger gesunden Optionen. Genau hier kann die Lebensmittelindustrie ansetzen, indem sie gesunde, bezahlbare und alltagstaugliche Alternativen anbietet.
Marken, denen es gelingt, einfache Rezepturen mit fairen Preisen und hoher Alltagstauglichkeit zu verbinden, bieten sich damit große Chancen. Produkte mit übersichtlichen Zutatenlisten, vertrauten Komponenten und transparenter Kennzeichnung vermitteln Konsument:innen das Gefühl, gesundheitsbewusste Entscheidungen zu treffen – ohne auf Komfort verzichten zu müssen.
Transparenz schafft Vertrauen: Klare, übersichtliche Zutatenlisten stärken Markenloyalität.
Transparenz schafft Vertrauen und Bindung
Transparenz ist längst keine Kür mehr, sondern Pflicht für Lebensmittelhersteller. Konsumierende erwarten Verpackungen, die klar zeigen, was tatsächlich im Produkt steckt – frei von versteckten Zusätzen oder irreführenden Formulierungen. In einer Zeit, in der das Misstrauen gegenüber komplexen Rezepturen und Etiketten wächst, stärken Einfachheit und Offenheit das Vertrauen von Verbraucher:innen und binden sie langfristig an Marken.
Eindeutige Kennzeichnungen – etwa „ohne Zuckerzusatz“, „ohne künstliche Inhaltsstoffe“ oder „auf Basis natürlicher Zutaten“ – geben Konsumierenden Orientierung und Sicherheit. In einem Umfeld, in dem Skepsis gegenüber komplizierten Kennzeichnungen und wachsende Gesundheitsbedenken zunehmen, gewinnen klare Aussagen an Bedeutung. Marken, die auf Transparenz setzen und zweideutige Formulierungen vermeiden, können Verbrauchervertrauen nachhaltig stärken.
Minimalismus bedeutet nicht Verzicht
„Weniger ist mehr“ steht nicht für Entbehrung, sondern für bewusstes Genießen – Essen soll weiterhin Ausdruck von Kultur und Lebensfreude bleiben. Es geht vielmehr darum, auf natürliche Zutaten und klare Rezepturen zu achten und damit gesunde Entscheidungen zu treffen, ohne auf Geschmack zu verzichten.
Konsumierende verabschieden sich zunehmend von rigiden Diätregeln und wenden sich einer Haltung des „bewussten Genießens“ zu. Kleine, wohlüberlegte Genussmomente werden als kompatibel mit einem gesunden Lebensstil gesehen. Dabei wird die Qualität der verwendeten Zutaten genauso wichtig wie ihr Nährwert. Natürliche Süßungsmittel, weniger künstliche Zusätze und einfache Rezepturen helfen Kaufenden, sich mit ihren Entscheidungen wohlzufühlen und Gesundheit mit Genuss zu verbinden.
Chancen für Marken
Mit der wachsenden Skepsis gegenüber hochverarbeiteten Lebensmitteln steigt die Nachfrage nach einfachen Rezepturen und verständlichen Kennzeichnungen. Marken, die kurze Zutatenlisten mit natürlichen und vertrauten Komponenten in den Mittelpunkt stellen und dies transparent kommunizieren, können sich klar vom Wettbewerb abheben. Wem es gelingt, diese Prinzipien glaubhaft umzusetzen und darüber hinaus mit Genuss und Convenience zu verbinden, positioniert sich erfolgreich in einem ausgesprochenen Wachstumsmarkt.
Ausblick – wo die Entwicklung hingeht
Die Bedeutung gesunder Ernährung verschiebt sich weiter vom Präventionsgedanken in Richtung des Wohlbefindens im Alltag. Minimalistische Rezepturen und transparente Kennzeichnungen sind längst mehr als Trends – sie sind Ausdruck eines grundlegenden Wandels hin zu einfachen, vertrauenswürdigen Lebensmitteln.
Für Marken, die bereit sind, sich auf diese Entwicklung einzulassen, eröffnen sich enorme Chancen. Wer Komplexität reduziert, Klarheit schafft und Produkte entwickelt, die Wohlbefinden und Genuss in Einklang bringen, wird von der ständig zunehmenden Anzahl der Konsumierenden, die kritisch gesehene Zutaten umgehen und gesündere Entscheidungen für ihre Ernährung treffen wollen, als verlässliche Unterstützung im Alltag wahrgenommen werden.
Dieser Artikel basiert auf der Studie „Less is more: The Rise of Minimalist Diets - Trend Report 2025” von FMCG Gurus. Für weitere Informationen wenden Sie sich bitte an info@fmcggurus.com
Author
Jess Ryall, Content and Marketing Executive at FMCG Gurus.